Keine Verbindung zu M23
Sechs belgische Militärs sind im Osten des Kongo tätig
4.4.2025, 13:04 (CEST)
Hat Belgien sich in den Konflikt eingemischt, in dem sich Ruanda und die Demokratische Republik Kongo (RDC) gegenüberstehen? Glaubt man gewissen Mitteilungen, die seit Mitte März 2025 in sozialen Netzwerken kursieren, kämpfen mindestens 300 belgische Soldaten mit Panzern und Drohnen im Osten des Kongo gegen die M23-Rebellen. Doch diese Behauptung und die damit verbundenen Bilder täuschen.
Bewertung
Mehrere offizielle belgische Quellen haben das Gerücht dementiert. Zudem sind die Bilder, die die Behauptung stützen sollen, alt und aus dem Kontext gerissen.
Fakten
Am 17. März hat Ruanda angekündigt, seine diplomatischen Beziehungen zu Belgien abzubrechen. Das Regime von Paul Kagame wirft der ehemaligen Kolonialmacht vor, im Konflikt der beiden afrikanischen Nachbarländer gegen Ruanda Partei ergriffen zu haben.
In der Folge tauchten falsche Behauptungen in der örtlichen Presse und sozialen Netzwerken auf (beispielsweise hier, hier oder hier). Darin hieß es, Belgien habe Soldaten mit Panzern und Drohnen in den Osten der RDC entsandt. Sie sollten dort gegen die M23-Rebellen kämpfen, die von Ruanda unterstützt werden.
Weniger als zehn belgische Militärs in Kindu
Die Gerüchte entbehren jeder Grundlage. «Belgien hat keine Truppen in den Osten der RDC zum Kampf gegen die M23 entsandt», versicherte das Verteidigungsministerium in einer Mitteilung an die Deutsche Presse-Agentur (dpa).
Der belgische Außenminister Maxime Prévot (Les Engagés) hat die Behauptungen auf X ebenfalls zurückgewiesen. Seinen Angaben zufolge ist eine Gruppe von sechs belgischen Militärs in Kindu im Osten der RDC anwesend, um ein Programm der «europäischen Unterstützung der kongolesischen Armee mit nicht-tödlicher Ausrüstung» umzusetzen. Doch gebe es «keinerlei Entsendung zur Teilnahme an irgendwelchen Operationen und Belgien beabsichtigt das auch nicht», betonte er.
Die Belgier sind im Rahmen des Projekts European Peace Facility (EPF) der Europäischen Union in Kindu. Dieses Instrument soll die Möglichkeiten der EU zur Konfliktprävention, zur Friedenssicherung und zur internationalen Sicherheit und Stabilität stärken. «Belgien beteiligt sich an dem Programm in Kindu bis längstens Dezember 2027», präzisierte das Verteidigungsministerium.
Die Belgier erfüllen dort zwei Aufgaben: zum einen die Beschaffung individueller und gemeinschaftlicher Ausrüstung sowie von Material für Pionieraufgaben der 31. Brigade der Eingreiftruppe und zum anderen die Herrichtung des Camps Lwama in Kindu, das der Brigade dient. In keinem Fall sind die Belgier direkt in den Kampf gegen die M23 einbezogen.
Die Entsendung hunderter Soldaten in den Kongo erscheint auch aus einem weiteren Grund höchst unwahrscheinlich: Für einen solchen Einsatz wäre eine Zustimmung der Regierung nötig. Doch kein einziges glaubwürdiges Medium hat über eine solche Entscheidung oder auch nur eine Debatte darüber berichtet.
Bilder aus dem Zusammenhang gerissen
Die Bilder, die in lokalen Medien und in den sozialen Netzwerken zur Illustrierung der Behauptung erscheinen, sind im Übrigen alt oder aus ihrem Kontext gerissen.
Auf einem Foto, das ohne nähere Beschreibung hier und dort erschien, sieht man eine Reihe bewaffneter Soldaten mit maskiertem Gesicht. Eine Bilderrückwärtssuche zeigt, dass diese Aufnahme nicht aktuell ist. Sie wurde beispielsweise am 18. Oktober 2024 verwendet, um einen Artikel der Nachrichtenagentur Belga über einen NATO-Einsatz zu bebildern. Dem Bildtext zufolge wurde das Foto von einem Fotografen der französischen Agentur MAXPPP aufgenommen und zeigt Soldaten französischer und belgischer Spezialeinheiten.
Wie der öffentlich-rechtliche flämische Sender VRT in diesem Faktencheck dargelegt hat, sind die anderen Fotos und Videos, die mit dem Gerücht verbreitet werden, als Beweis ebenfalls untauglich.
(Stand: 4.4.2025)
Links
Abbruch der diplomatischen Beziehungen - BRF (archiviert)
Diplomatischer Bruch Ruanda-Belgien - VRT (archiviert)
Falschbehauptungen in Medien und sozialen Netzwerken I, II, III (archiviert I, II, III)
DW über M23-Rebellen (archiviert)
X-Post des Außenministers (archiviert)
Kindu auf Google Maps (archiviert)
Über die European Peace Facility (archiviert)
Bilderrückwärtssuche (archiviert)
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